Im Jahre 893 wird in einer Schenkungsurkunde des Klosters Neumünster bei Ottweiler Illingen erwähnt und eine Kapelle "in loco, qui dicitur Scufines villare" - eine Kapelle an jenem Ort, der Scufines villare genannt wurde. In dieser Urkunde wird beschrieben, dass der Bischof von Metz dem Kloster des heiligen Terentius bei Wibiliskirika (Wiebelskirchen) unter anderem die Kirche zu Illingen (Letoldingos) mit der dazugehörenden Kapelle in Scufines Villare schenkte. Das Kloster Neumünster, das gemeint ist, bekommt das Recht, den Zehnten zu erheben.
Der Name "Scufines villare", d.h. der Weiler des Scufin oder Scufo, verweist auf die Zeit des keltisch-römischen Siedlungsraumes. Die Endung -weiler ist abgeleitet vom lateinischen "villare" und verweist auf die karolingische Ausbauperiode. Der erste Teil des Namens verweist wie hier auch auf den Gründer der Siedlung: Scufin oder Scufo. Diese rund um die Kapelle entstandenen einzelnen Höfe und Hofgruppen können nicht als Weiterentwicklung der römischen Siedlung verstanden werden. Der Name Scufines Villare erscheint in der Folgezeit, durch Lesefehler oder unterschiedliche Schreibweise verändert, als Sciffwilre - Hiffwilre - Tiffwilre oder auch als Schiefweiler.
Jahrhunderte lang bestimmende Grundherren von Schiffweiler waren die Herren von Greiffenclau zu Volrads. Friedrich von Greiffenclau zu Volrads heiratete 1390 Irmgard von Ippelbrunn (Eppelborn) und wurde durch die Heirat Grundherr über die Besitzungen in Schiffweiler. Der Sohn Friedrich von Greiffenclau zu Volrads verzichtet im sogenannten "Rachtungsbrief" von 1430 gegenüber seiner Lehensherrin, Elisabeth von Nassau - Saarbrücken, auf alle Forderungen, die er und sein Vater an die Grafschaft Saarbrücken gestellt hatten. Er verzichtet zugunsten der Gräfin weiterhin auf alle Eisenschmieden und Kohlengruben im Sinnerthal (Sinderthal) und zu Schiffweiler, behält sich jedoch seine Einwilligung vor, wenn die Gräfin solche auf seinem Erbe neu anlegen will. In der Eppelborner Linie des Hauses Greiffenclau blieb das Lehen zu Schiffweiler bis zum Ende der Linie 1511. Die Besitzungen fielen beim Tod von Dietrich von Greiffenclau an Heinrich von Hagen und Friedrich von Fleckenstein.
Der Dreißigjährige Krieg wütete auch in Schiffweiler. Am 7. Dezember 1635 berichtete ein Saarbrücker Rentmeister: "In dem Städtlein Ottweiler, darin die Vorstadt mehrenteils abgebrannt, befinden sich nicht mehr als 10 gesunde Bürger. Die übrigen sämtlich an der Pest und anderen infizierenden Schwachheiten verstorben. Die Dorfschaften zu diesem Amt gehörig sind bis auf 5 Dörfer, darinnen aber die Unterthanen fast gänzlich hinweggestorben, abgebrannt. Exweiler, Schiffweiler, Stennweiler .... sind ganz in Asche gelegt". (Zitat nach Prinz, "Die Wüstungen des Saarlandes", Ottweiler 1935).
Erst 1663 begann der Wiederaufschwung, als sich 11 Familien hier niederließen.
Zwei
Ereignisse haben gegen Ende des 18. Jahrhunderts
die Geschichte der Gegend entscheidend
verändert: Zum Einen setzte die Französische
Revolution, die auch ins Fürstentum
Nassau-Saarbrücken getragen wurde, der
Leibeigenschaft und der Hörigkeit ein Ende. In
der Folgezeit sank die Größe der bäuerlichen
Betriebe unter das Existenzminimum. Zum Anderen
veränderte die industrielle Entwicklung die
wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten. Die
Gruben Itzenplitz und Reden sowie die Eisenhütte
in Neunkirchen sorgten für Erwerbsmöglichkeiten.
Als Folge dieser Ereignisse war im beginnenden
19. Jahrhundert eine Bevölkerungszunahme im Raum
Neunkirchen zu verzeichnen.
Die Entwicklung, aber auch die Geschichte des Ortes Schiffweiler ist mit dem Vorhandensein und der Gewinnung der Steinkohle, die für den hiesigen Bereich bereits 1430 erwähnt wurde, eng verbunden. Einhergehend mit der systematischen Erschließung und Ausbeutung der Kohlenvorkommen des Gebietes unter preußíscher Verwaltung siedelten immer mehr Bergleute in Schiffweiler an, so dass sich Schiffweiler vom reinen Bauerndorf zum Arbeiterbauerndorf entwickelte.
Strukturen des Arbeiterbauerndorfes finden sich noch heute in der Architektur. 1995 mit dem Ende des Steinkohlenabbaus auf dem Gebiet der Gemeinde Schiffweiler, nach der Schließung der Grube Reden, ging eine wichtige Epoche für die Gemeinde Schiffweiler zu Ende. Fast 150 Jahre lang konnten die Bewohner von Heiligenwald, Landsweiler-Reden, Schiffweiler und Stennweiler ihren Lebensunterhalt "off de Grub" verdienen. Der Strukturwandel setzte ein, auf ehemaligen Kohlenflächen entstanden neue Gewerbegebiete, neues Leben.
Schiffweiler
begegnet der Zukunft mit Zuversicht und Energie.
Geschichtlich interessierte Mitbürger können
sich in den Publikationen des Arbeitskreises
Heimatkunde, den Schiffweiler Heimatblätter, und
den Publikationen einheimischer Autoren weiter
über die Geschichte der Gemeinde Schiffweiler
informieren.
WAPPEN
Nach
der 1974 erfolgten Gebiets- und
Verwaltungsreform wurde die
Gemeinde Schiffweiler aus den
Orten Heiligenwald,
Landsweiler-Reden, Schiffweiler
und Stennweiler gebildet.
Am 26. Juli 1976 verlieh der
saarländische Innenminister der
Gemeinde Schiffweiler das Recht,
ein Gemeindewappen zu führen.
Das neue Gemeindewappen
Schiffweiler enthält die
wesentlichen Zeichen aus den
Gemeindewappen Heiligenwald,
Landsweiler-Reden, Schiffweiler
und Stennweiler. Der
Lilienhaspel steht für die
heutigen Gemeindebezirke
Schiffweiler und
Landsweiler-Reden. Er war im
gräflichen Wappen der Familie
Greifenclau zu Vollrads
enthalten, die vermutlich von ca
1330 bis 1599 im Bereich der
heutigen Ortslagen namhaften
Besitz hatte. Dazu zählten im
Wesentlichen Eisenschmiede und
Kohlengruben, wie aus einer
Verzichtsurkunde des Ritters
Friedrich von Greiffenclau zu
Vollrads gegenüber seiner
Lehnsherrin, der
nassau-saarbrückischen Gräfin
Elisabeth aus dem Jahr 1430
hervorgeht.
Das Bergbausymbol Schlägel und
Eisen schräggekreuzt ist den
ehemaligen Gemeindewappen
Landsweiler-Reden und
Heiligenwald entnommen. Es gilt
als Hinweis auf das Erwerbsleben
des größten Teils der
Gemeindebevölkerung und die
Aufwärtsentwicklung, die die
Gemeindebezirke vornehmlich
durch Bergbau erfahren haben.
Das silberne Göpelstück - es
versinnbildlicht in stilisierter
Form eine Schachtanlage - soll
die Bedeutung des Bergbaus
unterstreichen.
Das grüne schwebende Balkenkreuz
ist dem sogenannten Sachsenkreuz
nachgebildet, einem
eindrucksvollen Denkmal im
Ortsbild von Heiligenwald.
Das grüne Lindenblatt
symbolisiert den sehr alten
Lindenbaum in der Ortsmitte
Stennweiler, von dem der
Volksmund sagt, er sei über 1000
Jahre alt und habe im
Mittelalter im dörflichen Leben
eine wichtige Rolle gespielt.
