EINFÜHRUNG IN DIE AHNENFORSCHUNG
Der Anfang:
Wie heißt es doch so schön? "Aller Anfang ist schwer".
Auch in der Familienforschung hat man nicht sofort alle Daten
herausgefunden.
Man muss sich sorgfältig und systematisch in die Vergangenheit
vorarbeiten.
Damit der Anfang in der Forschung nicht zu schwer wird, hier
einige Tipps,
auch wenn manches banal und selbstverständlich klingt:
A l l e s sammeln, was man finden kann!
Sicher ist es eine gute Sache, alles zu sammeln, was man über
den Namen und über die
eigene Familie erfahren kann. Bücher helfen nur wenig, dann muss
man die richtigen Bücher in seinem Archiv haben.
Ältere Familienmitglieder dagegen helfen oft sehr.
So kann man Namen von Großeltern, Urgroßeltern erfahren,
Anekdoten von Personen, Dokumente wie Geburtsurkunden,
Stammbücher, Photos und so weiter.
Hier ist eine schnelle Bestandsaufnahme in den ersten Jahren der
Familienforschung
gefragt, denn leicht gehen Dokumente verloren und leider sterben
auch die älteren
Mitglieder einer Familie.
Informationen zum Namen:
Welche Bedeutung hat der Name?
Hier helfen nur Namenslexika weiter, die Namen nach Ursprung und
Bedeutung erklären.
Sie sind aber nur Anhaltspunkte und sicherlich keine Beweise.
Schauen Sie auch unter ‚Bücher‘.
Wo kommt der Name vor, wo oder was ist sein Ursprung?
Hier helfen Adressen-oder Telefonbücher, Namenslexika nur
bedingt weiter und stellen keinen Beweis da. Bei häufigen Namen
wie Müller, Meier, Schulze sicher nicht, vielleicht bei seltenen
Namen und Namen,
welche sich aus den Ortsbezeichnungen ergeben.
Wer forscht sonst noch nach dem Namen?
Familienforscher veröffentlichen oft Ihre, in jahrelanger,
mühseliger Suche Ihre Ergebnisse.
Genealogische Verbände können hierzu sehr nützlich sein. Wenn
Ihr Name sehr geläufig ist,
werden Sie zwar auf mehrere Veröffentlichungen stoßen, meistens
haben diese nichts mit
Ihrer Familie zu tun. Bei seltenen Namen kann dieses schon zum
Erfolg führen.
Information zur Familie:
Alle Informationen zur Familie sollten möglichst mit Belegen
zweifelsfrei belegt werden.
Alle Belege, insbesondere die älteren müssen sehr genau
(kritisch) geprüft werden, denn
wie leicht hat man Belege in den Händen, der zu einer falschen
Person verweist. Alle Forschungen, die dann auf diese Belege
aufbauen sind dann falsch und vergebene Arbeit und verloren
Zeit.
Die eigene Person:
Zuerst schreibt man alle Daten über die eigene Person auf.
Wichtig sind unter anderem:
Geburt: Geburtstag, Geburtsort
Taufe: Tauftag, Taufort, Kirche
Heirat: Tag und Ort, Name der Ehefrau usw.
Wichtige Ereignisse im Leben und so weiter
Die Eltern:
Wichtig sind auch hier alle Daten zur Person. Diese müssen
übereinstimmen mit der Geburts-,
Tauf-, und Heiratsurkunde.
Die Großeltern:
Hier werden wieder die gleichen Daten gesammelt. Diese Dokumente
müssen auch übereinstimmen Geburts-,Tauf-,Heiratsurkunden der
Eltern.
Die Ur-Ur – Großeltern:
Je weiter Sie in die Vergangenheit kommen, um so ungenauer
werden Ihre Informationen.
Oft ändern sich die Schreibweise des Namen. Daten wie
Geburtstage, Heiratsdaten stimmen
nicht mehr, und die Urkunden werden immer schwerer lesbar und so
weiter.
Man muß die Belege um so genauer prüfen und Fehler vermeiden.
Zu Beispiel: Das Heiratsdatum stimmt nicht um ein Jahr. Namen
etc. scheinen annähernd
Zu stimmen. Also nur ein Schreibfehler oder hat der Ahne ein
Jahr später die Schwester geheiratet, weil sein Ehepartner bei
einer Geburt verstarb? Die Daten wie Namen und Geburtsdaten des
Ehepartners können ähnlich sein!
Und schon sind Sie auf dem Irrweg!
Dokumentation:
Alle gesammelten Daten sollten mittels Urkunden belegt sein.
Besonders die Dokumente,
welche für die weitere Forschung benötigt werden.
Dies sind insbesondere:
Geburtsurkunden
Taufbescheinigungen
Papiere zur Konfirmation oder Erstkommunion
Aufgebotsbescheinigungen
Heiratsurkunden
Sterbeurkunden
Weiter schriftliche Nachweise können helfen:
Ausbildungsnachweise
Grundbesitzbescheinigungen
Steuerlisten, Amtsrechnung usw.
Eintragungen in Handwerksrollen
Und viele andere Dokumente
Archivierung:
Alle Dokumente nützen wenig, wenn man zwar weiß, daß man sie
hat, aber nicht mehr findet.
Die Unterlagen müssen systematisch abgelegt werden. Jede Person
sollte ein Datenblatt bekommen. Für die Urkunden, Bilder etc.
der Person eine Datenmappe. Jedes Datenblatt erhält eine Nummer,
die nur für diese Person gilt. So kann man dann in den
Datenblätter leicht auf andere Person verweisen. Wenn die
Datenmappen die gleiche Nummer aufweisen, ist ein wiederfinden
der Urkunden ganz einfach. Hierbei kann Ihnen ein
Ahnen-Chronikprogramm
sehr helfen. Schauen Sie mal ins Internet, dort werden viele
Ahnenforschungsprogramme angeboten.
Standhaftigkeit und Sorgfalt:
Familienforschung ist keine Sache von Tagen und Monaten!
Hier ist Ausdauer gefragt und es dauert oft sehr lange Jahre,
bis man eine Übersicht über die gesamte Familie erhält.
Forschen nur von Generation zu Generation:
Machen Sie es etwas langsamer als zu schnell, damit keine Fehler
entstehen.
Forsche nicht nur in eine Richtung, z.B. Deinem Namen, sondern
auch nach allen anderen
Vorfahren. Hier erfahren Sie oft mehr, und es ist sogar noch
spannender.
Wo findet man was?
Ein paar Regeln zur Forschung:
Standesämter
Diese gibt es in der Regel erst ab 1875
Kirchenbücher
Auszüge aus Kirchenbüchern erhält man oft gegen eine geringe
Gebühr bei den entsprechenden Pfarrämtern. Diese Auszüge sind
dann einfach zu lesen.
Kirchenbücher aus West-, Ostpreußen sind oft nicht mehr
vorhanden, dann wird es schwierig
alle Daten zusammen zu bekommen. Hier hilft oft nur das Zentrale
Kirchenamt in Berlin.
Aber aufgepaßt: In den Kirchenbüchern ist in der Regel nicht das
Geburtsdatum eingetragen, sondern das Taufdatum und zusätzlich
zum Sterbedatum oft auch das Beerdigungsdatum. Ganz nebenbei
erfährt man auch oft etwas über den Beruf und die Todesursache.
Man muß aber alle Daten immer sehr genau prüfen!
Bei der Suche nach dem Herkunftsort der Eltern hilft oft auch
die Herkunft der Taufpaten,
da diese oft angegeben sind.
Vereine:
In verschiedenen Städten gibt es genealogische Vereinigungen.
Hier beschäftigen
sich die Gruppen mit bestimmten Bereichen. Hier kann man
Unterstützung und Hilfe
von Gleichgesinnten erhalten. Die Arbeit wird Ihnen wohl keiner
abnehmen, die eigne
Familie zu erforschen, dieses müssen Sie schon selber machen.
Internet:
Im Internet gibt es viele viele genealogische Gruppen, und
täglich werden es mehr.
Der Vorteil des Internets liegt sicher im einfachen
Datenaustausch. Schnell hat man
Einen Brief geschrieben oder eine Datei mit Daten versandt.
Man sollte aber bedenken:
Es ist ziemlich unwahrscheinlich, daß dabei einem die
Entdeckungen in den Schoß fallen.
Es wird keiner für Sie suchen, aber gerne mit Ratschlägen
behilflich sein.
Sie sollten alles Lesen, was für Sie interessant sein könnte und
finden dabei neue gute
Ansatzpunkte für Ihre Forschung.
Sie sollten Ihre Erfahrungen auch anderen mitteilen. Daraus
gewinnen Sie an Erfahrung
und bekommen auch noch Freunde.
Anfragen
Richten Sie Anfragen an Behörden, Pfarrämter oder Forscher, so
schreiben Sie kurz
und höflich. Nicht jeder ist Gedankenleser und kann erraten, was
Sie eigentlich möchten.
Die Zeit ist überall knapp und die " Unhöflichkeit schlägt Türen
zu".
Fügen Sie bitte bei allen Anfragen Rückporto bei. Wer dies nicht
macht, handelt unklug,
denn er darf keine Antwort erwarten. Haben Sie etwas Geduld. Es
ist zwar jeder Tag "Jagdtag", aber nicht jeder Tag ist auch ein
"Fangtag".
Bekommen Sie brauchbares Material zugesandt, so bestätigen Sie
den Empfang und bedanken Sie sich beim Einsender. Wenn Sie dies
nach der Suchanzeige in der Fachpresse machen, können auch
andere Forscher an Ihrer Freude teilhaben und das steigert die
Hilfsbereitschaft.
Weitere Fragen...?
Copyright Cunow Martin