Blasonierung, die
Wappenbeschreibung
Ein Wappen wird nicht durch eine bestimmte Wappenzeichnung
festgelegt, sondern durch die schriftliche Beschreibung des
Wappens, die Blasonierung. Diese erfolgt durch eine heraldische
Kunstsprache, die sich aus den blumigen Wappenbeschreibungen der
mittelalterlichen Herolde entwickelt hat. Ihr Ziel ist es, die
Merkmale des Wappens so kurz und präzise als möglich zu
beschreiben. Allein mit der Blasonierung sollte ein Heraldiker
in der Lage sein, das beschriebene Wappen zu zeichnen
(=aufzureißen), wobei er ansonsten weitgehend künstlerische
Freiheit hat.Zuerst wird immer der Schild beschrieben, indem man
zunächst die Tinktur des Feldes bzw. der Schildteilung nennt und
dann die Figuren und deren Positionen im Feld benennt, die dort
zu finden sind. Man beginnt stets in der heraldisch rechten
oberen Ecke des Schildes und endet am heraldisch linken unteren
Schildrand. Ist der Schild also zum Beispiel gespalten von Gold
und Rot, so ist das goldene Feld heraldisch rechts, das rote
Feld heraldisch links (dieses Wappen ist das erste Beispiel für
Heroldsbilder der Einführung in die Wappenkunde.).
Schildplätze
Plätze im einzelnen: 1 rechtes Obereck, 2 das Ort oder die
Hauptstelle, 3 linkes Obereck, 5 Herzstelle (ein hier
angebrachter kleiner Schild nennt sich Herzschild), 7 rechtes
Untereck, 9 linkes Untereck.Plätze in Horizontal- und
Vertikalrichtung: Die Plätze 1-3 bilden das Schildhaupt, 7-9 den
Schildfuß, 2-8 die Pfahlstelle, 4-6 die Balkenstelle, 1-7 die
rechte Flanke, 3-9 die linke Flanke.Nach der Balsonierung des
Schildes werden die Farben der Helmdecke genannt, danach erfolgt
die Blasonierung der Helmzier. Die Art des Helms wird in der
Regel nicht genannt. Helme sind normalerweise stahlfarben. Zum
Schluss werden Prachtstücke (Schildhalter, Wappenmäntel...) und
Wahlsprüche angegeben. Schauen wir uns als Beispiel das Wappen
aus der "Einführung in die Wappenkunde" an:
Eine mögliche Blasonierung ist:
In silbernem Schild ein
roter Pfahl belegt mit einem silbernen Schwert.Auf dem
rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silberner Decke drei
Straussenfedern, zwei rote und eine silberne abwechselnd.
Hinweis
In Deutschland wurde der Blasonierung lange Zeit sehr wenig
Aufmerksamkeit geschenkt. So ist sie lange nicht so eindeutig
wie die "Sprachen", die zum Beispiel in Frankreich oder England
zur Beschreibung eines Wappens verwendet werden. Diese sind
geradezu mathematisch formelhaft. In Deutschland können meist
mehrere Blasonierungen für ein und das selbe Wappen richtig
sein. Es scheint sich aber mehr und mehr eine an den englischen
Blason angelehnte Art der Beschreibung durchzusetzen, welche
sich durch ihre besondere Knappheit auszeichnet. Hier die
Blasonierung unseres Beispiels:
Schild: silber, roter Pfahl belegt mit einem silbernen Schwert.
Wulst: rot-silbernDecken: rot-silbern
Helmzier: drei Straussenfedern, zwei rote und eine silberne
abwechselnd.
Quelle: Heraldik im Netz Autor: Christian Ader